Lehrgang 4. Februar 2007
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04.02.2007 |
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2. LG Reale Selbstverteidigung mit Jürgen Kestner |
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Alle waren gespannt auf die Fortführung des
Selbstverteidigungslehrgangs von 2006 mit Jürgen Kestner. Eine ungewöhnlich große Anzahl von Karatekas aus dem ganzen Bundesgebiet
(einer reiste sogar aus Bremen an) waren gekommen, um wertvolle Anregungen
für ihr Training mit nach Hause nehmen zu können … und sie wurden nicht
enttäuscht ! Wiederholungen waren zwar notwendig, da die gezeigten
Bewegungsfolgen für einen reinen Karateka sehr ungewohnt sind, aber rasch
wechselte Jürgen sowohl mit Unter- als auch Oberstufe auf wirkungsvolle und
einprägsame Kombinationen, die nun durch stetes trainieren in Fleisch und
Blut übergehen müssen. Mentale Vorbereitung und Selbstschutz stehen an erster
Stelle - auch das war nicht allen Teilnehmern bekannt. |
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Auch bei diesem Lehrgang nutzten zwei Mitglieder unserer Tokon
(Altersstufe 3), Carina Huber (CH) und Philipp Ronecker (PR) die Gelegenheit,
den Lehrgangsleiter zu interviewen. |
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CH+PR |
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Herr Kestner, mit wie viel Jahren haben sie mit Karate
angefangen und in welchem Verein war das ? |
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Jürgen Kestner |
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Ich habe im Alter von 11 Jahren mit Karate begonnen und das war
damals im Karateverein Bruchsal. |
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CH+PR |
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Warum haben sie damals mit dem Karate begonnen ? |
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Jürgen Kestner |
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Ich habe aus dem Grund angefangen, weil ein Freund mir etwas
erzählte von einem Karate-Anfängerkurs und mich fragte, ob ich daran
Interesse hätte. Da hing in Bruchsal ein Plakat mit Bild zu diesem
Anfängerkurs aus und das Bild hatte mir so gut gefallen, dass ich sagte, in
Ordnung, ich gehe mal mit zu diesem Kurs. |
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CH+PR |
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Haben sie schon einmal an Karate-Wettkämpfen teilgenommen ? |
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Jürgen Kestner |
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Ja, ich komme wie ihr wisst aus dem Goju-Ryu-Karate und dort
habe ich an vielen Wettkämpfen wie Landes- und Europameisterschaften
teilgenommen. |
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CH+PR |
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Wie lange beschäftigen sie sich jetzt schon mit der Selbstverteidigung
? |
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Jürgen Kestner |
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Mit der SV beschäftige ich mich eigentlich intensiv, seit ich
mit meinem Beruf begonnen habe. 1981 bin ich zur Polizei gekommen, habe dort meine
Ausbildung gemacht und da habe ich mich dann sehr für die SV interessiert. |
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CH+PR |
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Wie kam es zum Übergang vom Karate zur Selbstverteidigung ? |
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Jürgen Kestner |
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Durch berufliche Einflüsse und Erfahrungen, die ich gemacht
habe, habe ich gemerkt, dass ich doch mehr in die Richtung SV gehen muss, und
weniger in das Sportliche. Das Sportliche hat mir sehr viel gebracht, es war
mir aber wichtiger, mehr SV zu trainieren. |
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CH+PR |
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Gibt es in ihrer Familie jemanden, der sich mit
Selbstverteidigung beschäftigt ? |
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Jürgen Kestner |
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Ja, meinen Bruder. Er hat etwa zwei bis drei Jahre nach mir angefangen
und nach zehn bis zwölf Jahren damit aufgehört. Jetzt konnte ich ihn wieder
dazu animieren, mit dem Karate und der SV weiterzumachen. |
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CH+PR |
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Haben sie ein Vorbild ? |
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Jürgen Kestner |
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Ein Vorbild in einer Person, wie man es sich manchmal
vorstellt, habe ich eigentlich nicht. Ich habe sehr viele Menschen, die mich
positiv beeinflusst haben u. a. in meiner Kampfsport- oder
Selbstverteidigungslaufbahn, aber es sind weniger die Personen an sich,
sondern mehr ihre Charakterzüge - Ehrlichkeit, Disziplin, Kameradschaft,
Freundschaft, ich würde also mehr auf die vermittelten Werte gehen, weniger
auf die Personen. Natürlich haben mich einige Menschen positiv beeinflusst
und unterstützt, aber sie einzeln zu nennen würde den Rahmen hier sprengen. |
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CH+PR |
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Wie wir wissen, sind sie Ausbilder bei der Polizei. Wie sind
sie zu diesem Beruf gekommen und war das ihr Traumberuf ? |
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Jürgen Kestner |
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Mich hat dieser Beruf schon von klein auf interessiert und ich
wollte auch gar nichts anderes machen. |
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CH+PR |
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Wer waren in Bezug auf die Selbstverteidigung ihre Trainer ? |
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Jürgen Kestner |
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Da ich ja einige Kampfsportarten bzw. SV-Systeme betreibe, habe
ich auch entsprechend viele Trainer und Lehrer , welche mich trainiert und gefördert
haben und es auch heute noch tun. Im Wesentlichen sind dies Sensei Funasako
(Karate), Sensei Siggi Wolf (Karate), Sifu Keith Kernspecht (Wing Tsun),
Sieghard Weiß (Jiu-Jitsu) und viele „andere“; ich bitte um Verständnis, dass
ich hier nicht alle nennen konnte, es hätte den Rahmen Eures Interviews
gesprengt. |
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CH+PR |
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Was war die gefährlichste Situation in ihrer Laufbahn ? |
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Jürgen Kestner |
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Ich habe sehr viele gefährliche Situationen erfahren müssen,
möchte und kann im Detail aber nicht darauf eingehen. Wichtig ist nur, dass
ich sehr viel aus diesen Erfahrungen in Bezug auf meine Selbstverteidigung
gelernt habe. Ich sehe meine Aufgabe darin, diese SV-Erfahrungen nicht nur
meinen Kollegen, sondern auch an die Teilnehmer meiner Lehrgänge
weiterzugeben. |
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CH+PR |
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Wenn ich jetzt die Selbstverteidigung erlernen möchte, können sie
eine Kampfsportart empfehlen, die sich hierfür besonders eignet ? |
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Jürgen Kestner |
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Hinter dem Begriff „Kampfsportart“ verbirgt sich auch das Wort „Sport“,
d. h., man trainiert auch nach sportlichen Aspekten und kann auch an
sportlichen Wettkämpfen teilnehmen. Aber auch Inhalte aus dem Bereich der
Selbstverteidigung kann man dort erlernen. Hierfür sind die „Kampfsportarten“
wie Karate, Kickboxen, Taekwondo, und viele andere, sehr gut geeignet. Möchte
ich aber „nur“ den Bereich der Selbstverteidigung erlernen, dann sind die
SV-Systeme Wing Tsun, Jiu-Jitsu, Ju-Jutsu, Hapkido, usw. besonders dafür
geeignet. |
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CH+PR |
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Welche Kampfsportarten trainieren sie ? |
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Jürgen Kestner |
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Karate, Jiu Jitsu, Kickboxen, Escrima, Hapkido und das Wing
Tsun sind die Stile, die ich aktiv betreibe. |
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CH+PR |
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Wie sollte ich trainieren, um mich im Ernstfall gut verteidigen
zu können ? |
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Jürgen Kestner |
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Vor Allem sollte man sich bewusst machen, was in einem solchen
Ernstfall auf einen zu kommen kann. Erfahrene
SV-Trainer können hierzu gute Informationen und Hilfestellungen geben. Jede
„Situation“ ist eine andere, und oftmals kann man eine körperliche
Auseinandersetzung mit der eigenen „Sprache“ und der Deutung der
„Körpersprache“ verhindern bzw. „entschärfen“. Wenn es aber trotz allem
„guten Zureden“ doch zu einer körperlichen Konfrontation kommen sollte, dann
muss man konsequent seine Verteidigung durchführen. Entsprechend sollte man sich in einem SV-Training darauf
vorbereiten, d. h. wenige effektive Techniken erlernen und diese auch unter
„Stress“ trainieren und umsetzen können. So kommt man der Realität ein großes
Stück näher. |
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CH+PR |
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Wie oft trainieren sie in der Woche ? |
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Jürgen Kestner |
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Ich trainiere täglich, nach einem auf mich persönlich
abgestimmten Trainingsplan. |
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CH+PR |
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Was macht ihnen an ihrem Beruf besonders Spaß ? |
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Jürgen Kestner |
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Das man sehr viele Menschen kennen lernen kann. |
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CH+PR |
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Welche drei Ratschläge würden sie einem Karateka mit auf den
Weg geben ? |
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Jürgen Kestner |
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Disziplin, Fairness, und Ehrlichkeit sind im Training aber auch
im täglichen Leben wichtig. Gerade in
der heutigen Zeit sind diese „Begriffe“ sehr wichtig. |
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CH+PR |
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Welchen Tipp würden sie unserem Trainer Manfred mit auf den Weg
geben ? |
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Jürgen Kestner |
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Dem Manfred (… lacht) ? Er soll genau so weitermachen wie
bisher. |
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CH+PR |
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Haben Sie auch Hobbys, die nichts mit der Selbstverteidigung zu
tun haben ? |
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Jürgen Kestner |
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Ja, ich betreibe auch „andere“ Sportarten und höre gerne Musik. |
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CH+PR |
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Herr Kestner, wir bedanken uns für das Interview. |
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70 zufriedene Teilnehmer nach einem knackigen
sechsstündigen Selbstverteidigungslehrgang mit Jürgen Kestner. |
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Abdruck der Selbstverteidigungssequenzen (siehe unten) mit
freundlicher Genehmigung der Geschäftsstelle des DKV, sowie deren
sportwissenschaflichen Koordinator Rudi Eichert. |
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Teil 1 |
Teil
2 |
Teil
3 |
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