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Kyusho-Jitsu mit
Gebhard Lämmle |
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Alle waren hoch gespannt auf
das Kyusho-Jitsu Basisseminar mit Gebhard Lämmle - gut 30
Interessierte aus den verschiedensten Kampfkünsten waren nach
Oberkirch angereist, um einen ersten Einblick in das Wissen um das
Kyusho-Jitsu zu erhalten. Nachdem in vielen anderen Bundesländern
bereits Kyusho-Jitsu-Studienkreise ihre Arbeit aufgenommen hatten
und in Baden-Württemberg gerade ein kompletter Ausbildungsabschnitt
über zwei Jahre beendet wurde, war es an der Zeit, im "Stammland"
einer neue Gruppe von Interessenten die Möglichkeit einer fundierten
Einweisung zu geben.
Bekannterweise zeigt die
Entstehungsgeschichte der japanischen Kampfkünste einen starken
chinesischen Einfluss.
Die im Kyusho Jitsu
急所術
gelehrten
Prinzipien greifen auf das umfassende Wissen der Traditionellen
Chinesischen Medizin (TCM) und deren 5-Elemente-Theorie zurück und
nutzen es im Konflikt mit einem Gegner. Dabei kann man Kyusho-Jitsu
nicht als eigenständige Kampfkunst bezeichnen, sondern eher als ein
essentielles Wissen, das allen Kampfkünsten zu Grunde liegt. In
China nennt man es beispielsweise Dim Mak, in Indien Marma Adi.
Insofern man offen ist und sich die Fähigkeit bewahrt hat, ohne
Vorurteile "über den Tellerrand" hinauszusehen, sieht man Kyusho
auch nicht als Konkurrenz zur eigenen Kampfkunst, sondern vielmehr
als ein ergänzendes Wissen.
Kyusho wurde auf Okinawa
Jahrhunderte lang im Geheimen weitergegeben. Kyusho-Jitsu,
Tuite-Jitsu und Kiai-Jitsu sind die Künste hinter Ryukyu Kempo Tode
Jitsu (die Kampfkunst aus der später Karate entstand). Der
Amerikaner George Dillman gilt als Vorreiter auf diesem Gebiet und
machte dieses Wissen der Öffentlichkeit zugänglich.
Das Studium beginnt mit dem
Erlernen der Grundlagen der Traditionellen Chinesischen Medizin und
den vitalen Körperpunkten, mit dem Ziel, seine Kampfkunsttechniken
effektiver zu machen. Man lernt, in welcher Richtung, Reihenfolge
und Intensität diese Punkte angegriffen werden müssen, um den Körper
des Angreifers zu schwächen oder zu immobilisieren. Anstatt Kraft in
den Techniken zu gebrauchen, nutzt man detaillierte Kenntnisse über
den menschlichen Körper - so ist die Kontrolle des Gegners nicht
mehr nur Zufall, sondern die logische Folge. Zu Beginn darf eine
Anleitung für das kuatsu (Erste-Hilfe-Maßnahmen) nicht fehlen, um
die Wirkung der Manipulationen im Rahmen halten zu können. |
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Ein wichtiges Element
ist das Studium der Reaktion des Körpers auf die
Manipulation der vitalen Punkte und ein detailliertes Wissen
über die Anatomie des Menschen. In den Bewegungsfolgen der
Karate-Kata wurde dieses Wissen verschlüsselt und über
Generationen erhalten. Die Entschlüsselung der Kata mit dem
Hintergrundwissen des Kyusho-Jitsu erweist sich als
lohnende, aber zugleich auch sehr anspruchsvolle Aufgabe. So
wird der bekannte Ausspruch kata hitotsu sannen (um
eine Kata zu lernen, benötigt man drei Jahre) auch besser
nachvollziehbar - nicht den bloßen Ablauf der Kata gilt es
zu erlernen, sondern den tatsächlichen Inhalt, der weit über
einen gewöhnlichen jodan tsuki oder chudan geri
hinausgeht.
Am 19.09.2009 geht es
in Oberkirch weiter mit dem 1. Niveau des Kyusho-Jitsu. Wer
Interesse hat, die hochinteressante Ausbildung zu
durchlaufen und in das Wissen um das Kyusho-Jitsu
eingewiesen zu werden, sollte sich umgehend anmelden, den
bereits beim Basisseminar haben sich sehr viele Begeisterte
Kampfkünstler einen Platz reserviert.
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