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武士
Bu shi
Bestehend aus zwei Zeichen, wobei das Zeichen
武
bu für den Bereich des umfassenden militärischen steht. Das Zeichen
士
shi, steht
hingegen sinnbildlich für allgemeinen Begriff Mensch. Beide Begriffe
zusammen ergeben die Begrifflichkeit Mensch des Militärs und somit im
übertragenen Sinn den Begriff „Krieger“.
道
Do
Besteht aus einem
Zeichen. Bei diesem Zeichen, das sehr oft als „Weg“ beschrieben ist,
handelt es sich vielmehr um die Kernaussage, „verantwortungsbewusst
einen Weg beschreiten“.
Zusammengefasst könnte
man das Wort Bushido wie folgt interpre-tieren: ... Lebensweg eines
Menschen, der eigenverantwortlich handelt und als Krieger seinen Weg
bewusst geht.
Das Wort Bushido
Um das Wort Bushido
besser verstehen zu können, muss man in die Vergangenheit reisen.
Ähnlich den im Mittelalter aufkommenden Stand der Ritter, die einem
Kodex folgten, etablierte sich in der Zeit des Feudalismus (Lehnswesen)
in Japan die Samurai. Nachdem zwei Kriegerkasten (Taira/ Minamoto) sich
große Landstriche Japans zu eigen gemacht hatten, war ein
Aufeinandertreffen dieser Kasten unausweichlich.
Diese Schlacht der zwei größten Kasten, konnte das Geschlecht der Tairas
für sich entscheiden. Nachdem die Führer der Minamoto-Kaste hingerichtet
waren, wurde die Regierung entmachtet und eine neue Militärregierung
etabliert. Von nun an waren die Begriffe Shogun und Samurai die neue
Doktrin Japans.
Nach den letzten großen Kriegen und dem Aufeinandertreffen der zwei
großen Kasten, gab es viele Krieger ohne Aufgaben. Da es sich hier um
stolze und ehrenhafte Menschen handelte, konnten diese nicht in den
Stand des Bauern, Kaufmanns oder Handwerker wechseln, ohne ihr Gesicht
zu verlieren und damit ihre Ehre. Dennoch sahen viele ihre Zukunft
darin, ihre Ehre aufzugeben und in eine andere Kaste zu wechseln. Dies
war die Zeit der Ronin, herrenloser Krieger, die ohne Aufgabe das Land
durchstreiften.
Während dieser Zeit formte sich aus einem viel älteren Kodex, dem „Kyuba-mo-Michi“
(Weg des Bogens und des Pferdes), und dem bis dahin tödlichen Kriegs-
und Kampfkünsten, langsam aber stetig das Bushido und damit der „Weg des
Kriegers“.
Dieser Kodex wird sehr gerne auf sieben Prinzipien festgeschrieben.
Tatsache ist, dass von Ryu zu Ryu Prinzipien hinzu kamen und andere
weggelassen wurden. Was sich jedoch durch alle Schulen zog, war Gi oder
Giri, Redlichkeit/ Gerechtigkeit und Tugend. Ebenso Chu/ Chugi eine
unbegrenzte Treue gegenüber dem Lehnsherrn. (siehe auch die 47 Giri/
Ronin).
Um einige Prinzipien, die gleichzeitig auch als Tugenden empfunden
wurden, aufzuführen, hier die wohl sieben gebräuchlichsten:
義
Gi - Redlichkeit und Gerechtigkeit
Ehrenhaftes Verhalten bei allen Begegnungen die Du hast. Entschei-dungen
die mit Vernunft getroffen sind und von der Vernunft bestimmt sind.
勇
Yu - Mut
Hierbei handelt es sich
um das Einschätzen einer Situation um dann die beste Entscheidung
treffen zu können. Nicht hirnloses und unüberlegtes Handeln.
仁
Jin - Milde/Mitgefühl
Um die Arroganz der Samurai zu dämpfen, waren sie verpflichtet Anderen
wohlwollend entgegen zu treten und auch das Schöne der Welt, das einen
umgibt, zu schätzen. Es war auch die Pflicht eines Samurai, sich mit
anderen Künsten vertraut zumachen, die nicht vom Bushido bestimmt waren.
礼 Rei - Höflichkeit/Etikette
Hierbei handelt es sich um Respekt gegenüber Anderen, nicht als Floskel
wie es heute die meisten Menschen mit „Wie geht es Dir“ meinen, sondern
als aufrichtiges Gefühl der Achtung.
誠 Makoto (auch 真 Shin) - Aufrichtigkeit und
Wahrhaftigkeit
Das Wort eines Samurais war etwas heilig. Was ein Samurai sagte, trug
solch ein Gewicht, das ein Zweifeln an den Worten eine Beleidigung der
Ehre darstellte. Wie gesagt, so getan.
名誉 Meiyo - Ehre
Die Ehre war das höchste Gut einen Kriegers. Er wusste sowohl um seine
Privilegien als auch um seine Pflichten und kam beiden mit dem gleichen
Respekt nach. Wurde die Ehre eines Samurai verletzt, so wurde diese bei
Fremdverschulden durch den Tod des Betreffenden wieder hergestellt, bei
Eigenverschulden durch Seppuku, den rituellen Selbst-mord.
忠義
Chu - Verpflichtung zur Loyalität
Hier wird das Wohlergehen der Gruppe vor das Wohlergehen des Einzelnen
gestellt. Da der Samurai sich aus dem Staat hervorgehend betrachtet, war
es für ihn eine Selbstverständlichkeit, diesem und seinem Herren
absolute Treue zu leisten.
Die Konsequenz daraus war, dass ein Krieger lächelnd in den Tod gegangen
ist, mit dem Bewusstsein, dass durch seinen Tod Ehre und Ruhm erlangt
werden konnte.
Neben den sieben
Prinzipien/Tugenden gab es noch die fünf Hauptforderungen an den
Charakter eines Samurais, die durch das Bushido bestimmt waren:
Treue ... gegenüber dem Herrscher und dem Land ... gegenüber den
Eltern und der Familie ... gegenüber sich selbst
Höflichkeit ... Respekt ... Einfachheit ...
Etikette
Tapferkeit ... Intelligenz ... das Leben zu
lieben und zu leben ... sich Erheben
Offenheit und Aufrichtigkeit ... Ehre ...
Wahrheit
Einfachheit ... Reinheit
Die Quellen des Kodex liegen im Buddhismus, um die Gelassenheit zu
erlangen Dinge zu nehmen wie sie kommen, im Zen, um die Konzentration
und die eigene Stärke zu entwickeln in Form der Meditaion und im
Shintosimus, der die Loyaliät des Bushido beinhaltet.
Die philosophischen Quellen des Bushido liegen bei Konfuzius und seinem
Schüler Meng Ke. Durch sie wurden die Samurai geprägt.
Symbol
Als Symbol des
Bushidos gilt die Kirschblüte, da diese in ihrer schönsten Blüte vom
Baum fällt, galt es den Samurai als erstrebenswert in der Blüte des
Lebens im Kampf zu sterben.
Aktualität
Sicherlich stellt
sich die Frage, in wieweit dieser Kodex aus einem feudalistischen Japan
heute noch Gültigkeit hat. Jahrhunderte lang war Bushido das Zentrum
jeder Samurai-Erziehung. Im Laufe der Zeit wurde dieser Kodex auch vom
Volk aufgenommen und zum Inhalt kulturellen Handelns gemacht.
Der Geist des Bushido lebt nach wie vor in Japan fort. Doch wurden im
Laufe der Zeit, durch politische, kulturelle und gesellschaftliche
Handlungen die Prinzipien und Tugenden angepasst oder sogar entfremdet.
In vielen Verhaltensweisen der Japaner kann man noch die Auswirkungen
des Bushidos erkennen. Begriffe wie Ehre und Loyalität haben heute einen
anderen Stellenwert als dies vor Jahrhunderten der Fall war.
Bushido in den Kampfkünsten
Die modernen
Kampfkünste, haben leider ihren erzieherischen Aspekt verloren bzw. sind
auf dem besten Weg dies zu vollziehen. Ein guter Trainer wird nicht nur
die Techniken vermitteln, sondern auch die Werte und Prinzipen die
hinter dem steht was er lehrt. Doch bereits hier beist sich die Katze in
den Schwanz.
Wenn z. B. Karate nur noch als Übungsform für Gymnastik verwendet wird
und jeder der noch Werte wie z. B. Respekt oder Achtung/ Wertschätzung
vermittelt, angegangen wird, dann ist Bushido weiter entfernt den je. In
den meisten Verbänden verkommen diese Werte und werden durch den Begriff
Sport ersetzt.
Sicherlich haben
die meisten Europäer Schwierigkeiten sich mit Begriffen wie Tapferkeit,
Einfachheit oder Ehre zu identifizieren. Doch auch schon die Begriffe
Wertschätzung, Respekt, Aufrichtigkeit oder Höflichkeit leiden in den
meisten Dojos. Das Dojokun, das sich an den Prinzipien des Bushido
anlehnt, erfährt leider nicht mehr die Achtung die es verdient.
Viel
entscheidender ist wie jeder Einzelne mit diesem Kodex umgehen. Ob und
in wie weit er noch Einzug in unser Leben hält. Wenn nicht wir, die wir
die Künste des Kampfes lernen und lehren, diese Prinzipien achten und
uns daran ausrichten, wer sonst? |